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Mit Schreibblockaden umgehen

in Schreibtips, Anregungen und Inspirationen 22.01.2021 12:42
von Rosa Zick • 11 Beiträge

Alles stockt, die passenden Worte fehlen, die Sätze passen nicht zusammen, wir werden zunehmend genervter. Wir alle kennen sie: Die Schreibblockade. Manchmal hilft es natürlich schon, sich eine kleine (oder große) Pause vom Text zu gönnen und einige Zeit später mit neuer Energie weiterzuschreiben.

Katrin Girgensohn und Nadja Sennewald geben in ihrer Einführung "Schreiben lehren, Schreiben lernen" weitere Tipps, mit Schreibblockaden umzugehen:

1. Abstand nehmen von dem Begriff "Schreibblockade", der viel zu dramatisch und mystifiziert klingt. Uns begleiten ganz normale Schreibschwierigkeiten und -probleme, mit denen selbst große Literat*innen im Schreibprozess mal zu kämpfen haben. Phasen, in denen es stockt, sind ganz normal.

2. "Schreibkompetenz besteht nicht darin, keinerlei Schwierigkeiten zu haben, sondern mit ihnen umgehen zu können."

3. Zu starre, eingefahrene Haltungen und Vorgehensweisen beim eigenen Schreiben aufbrechen. Heißt: Mal eine andere Schreibstrategie ausprobieren, z. B. Mehrversionen schreiben, genaues Planen und Recherchieren für den Text, einfaches Drauflosschreiben.

4. Umgebung überprüfen: Fühle ich mich an dem Ort, an dem ich schreibe, wohl?

5. Vorstellung von Schreibprozessen überdenken: Ein*e gut*e Schreiber*in ist nicht daran zu bemessen, dass er*sie auf Anhieb einen perfekten Text schreiben kann. Bewusst machen über die einzelnen Arbeitsschritte und kleine Schritte gehen.

6. Bewusst machen über die Schreibbewegung: Ist es gerade notwendig, neue Ideen zu generieren oder ist es wichtiger, das Geschriebene und Gedacht neu zu strukturieren? Hier hilft Innehalten im Schreibprozess und zu überlegen, in welcher Bewegung man gerade steckt.

7. Es gibt nicht den goldenen Weg zum perfekten Text. Loslösung von zu starren Regeln, die zwar teils wichtig zu beachten sind, aber nicht hemmen dürfen. Die Überprüfung der formalen Vorgaben kann auch erst bei der Überarbeitung des Textes überprüft werden, um nicht vorher den Schreibprozess zu blockieren.

8. Eigene Rituale schaffen. Zum Beispiel: Jeden Morgen drei Sätze schreiben, jede Woche einen Text schreiben, sich Belohnungen gönnen usw. Kreativer Umgang mit Regeln und Ritualen

9. Perfektionismus und überzogene Ansprüche an den eigenen Text vermeiden. Realistischer werden. Nicht zuuu lange an Sätzen aufhalten: Besser dort eine farbige Erinnerung oder einen Kommentar setzen, erst einmal weiterschreiben und dann bei der Überarbeitung nochmal auf die markierten Stellen in Ruhe zurückkommen. Oder auch mehrere Versionen eines Textteils erst einmal formulieren.

10. Sich bewusst die Frage stellen: "Warum fällt es mir heute so schwer, zu schreiben"? Vielleicht sind auch aufgestaute Emotionen im Spiel, die hemmend wirken und die Konzentration verschieben.

11. 'Aufschieberitis' vermeiden: Zeitplanung, (Zwischen-) Deadlines setzen, 'künstlicher' Druck, indem z. B. mit einem Freund abgesprochen wird, das dieser zu einem bestimmten Zeitpunkt den Text liest und Feedback gibt.


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